Freitag, 30. Januar 2015

The Story of Skye#3


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Unfähig irgendetwas zu tun oder gar zu sagen stand ich da. Und, dass ich keine Worte fand war etwas, dass nicht allzu oft vorkommt. Höchstens mal, wenn der eigene Mathelehrer halbnackt in dem eigenen Zuhause saß. In diesen Moment ging mir so vieles durch den Kopf. Einiges war nicht wirklich angenehm, da ich über mein Kopfkino leider keine Kontrolle habe. Wahrscheinlich stand auch noch mein Mund auf, so dass er meinen „Guten-Morgen-Ich-habe-noch-keine-Zähne-geputzt“ Atem eigentlich hätte riechen müssen, aber er saß ganz ruhig, man bemerke auf MEINEN Stuhl und trank seinen Kaffee aus MEINER Tasse. Ich bin nicht gegen das Teilen mit anderen Menschen, aber Kommunistin bin ich wohl eher auch nicht und erst recht nicht bei meinen verhassten Mathelehrer. 
Ich machte mir zwar keine Gedanken, dass aus diesen One-Night-Stand etwas ernstes wurde, aber Herr Müller könnte auch ein Psychopath sein. Ja, ich war mir ziemlich sicher, dass er ein Psychopath war und bestimmt irgendeinen ekligen Fetisch hatte, wie Füße, obwohl ein Fuß-Fetisch wäre vielleicht noch einigermaßen zu ertragen. Ich bin, aber fester Überzeugung, dass er nicht ganz sauber ist. Allein seine Berufswahl sprach doch Bände. Während ich über Fetische und über psychopathische Lehrer nachdachte, wurde mir bewusst, dass ich immer noch auf der gleichen Stelle stand. Denn wenn ich ihn weiter so anstarrte, würde ER mich noch für gestört halten.
Ich sagte mir innerlich, dass alles halb so schlimm so war und ich am besten den Rückzug antreten sollte. Leise und vorsichtig damit er auch wirklich nichts mitbekam. Ja, leise und vorsichtig war noch nie so meine Stärke. Es passierte, was passieren musste. Ich war glücklicherweise schon auf der ersten Stufe der Treppe angelangt als sie unter mir nach gab und zerbrach. Es gab ein lautes Kraches und seltsamerweise bemerkte er gar nichts. 
Langsam fühlte ich mich etwas verarscht und glaubte er ignorierte mich mit Absicht um sich über mich lustig zu machen. Und natürlich steckte ich fest in der Stufe mit meinen Fuß. Das ist ein guter Morgen a la Skye Koslowski. 
Ich stand da und wusste nicht, was ich nun machen sollte, da ich 1. festsaß und 2. Mein werter Mathelehrer sich entschlossen hatte mich zu ignorieren. Ein Glück sah ich einen Schuh ein paar Meter von mir entfernt liegen, wenn ich dem Müller den an den Kopf werfen würde könnte er mich gar nicht ignorieren. Das hörte sich für mich nach einen grandiosen Plan. Eine kleine Beule an seinen Kopf muss man da schon in Kauf nehmen. 
Ich versuchte also an den Schuh heran zu kommen und war schon fast am aufgeben als ich ihn endlich erreichte. Ich warf und genau in dem Moment drehte sich Herr Müller um samt Kaffeetasse. Natürlich schaute er leicht entsetzt als der Schuh sich auf ihn zu bewegte. Er landete direkt in seinen Gesicht und er ließ MEINE Tasse fallen. Also zumindest mein Sportlehrer wäre auf diesen Wurf stolz auch wenn mein Mathelehrer nicht gerade glücklich aussah. Wenigstens widerlegte ich alle seine Wahrscheinlichkeitsrechnungen, denn das was mir gestern und heute an Peinlichkeiten passiert war, sprengte jeden Rahmen. Wenigstens war es für Herrn Müller erfreulich, falls er wirklich einen Fuß Fetisch hat.
„Skye, warum wirfst du mir einfach so einen Schuh in mein Gesicht?“, schrie er mich an. 
„Das wollte ich doch gar nicht. Ich wollte nur..“, versuchte ich, aber er unterbrach mich einfach. „Es ist mir vollkommen egal, was du wolltest. Es geht darum was du getan hast egal aus welchen Beweggründen. Ich bin dein Lehrer. Ich sollte eine Respektsperson für dich sein. Du kannst nicht einfach Schuhe nach mir werfen!“ fuhr er fort. 
Da platzte mir total der Kragen und ich schrie ihn entgegen: „Mein Lehrer??! Welcher Lehrer schläft denn mit der Mutter seiner Schülerin? So etwas tut nur ein anstandsloses Schwein. Und ich soll vor ihnen noch Respekt haben?“.
Ich war so wütend auf ihn, dass ich so fest an meinen Fuß zog das er endlich frei, denn in diesen Moment waren Fußschmerzen das aller letzte an das ich dachte. Ich schnappte mir meine Sachen und rannte zur Tür hinaus. Draußen vor Tür konnte ich nicht glauben was gerade passiert war. Ich hätte natürlich nicht so ausrasten dürfen. Er hatte Recht. Trotz dieser Umstände war er immer noch mein Lehrer und somit habe ich ihn wenigstens ein bisschen zu achten, aber ehrlich gesagt in dem Moment war es mir einfach scheißegal. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich stand da und war planlos. In die Schule wollte ich nicht wirklich, da ich ihn zwangsläufig begegnet wäre. Was blieb mir da noch übrig?
Ich entschied mich kurzerhand einfach zu Noah zu gehen. Er verstand mich und würde mich nicht verurteilen, dachte ich. Also schnappte ich mir mein Moped und fuhr los. Als ich vor seinen Haus ankam, hoffte ich das er noch nicht weg war. Ich lief zur Tür und genau in dem Moment kam er auch schon heraus spaziert. Er schaute mich verwirrt an und sagte: “ Skye? Was machst du hier? Kriegst wohl nicht genug von mir.“, aber als er meinen Gesichtsausdruck bemerkte, schwand sein Lächeln. “ Was ist passiert?“, fragte er nun besorgter. „Ich hab etwas richtig dummes getan. Ich kann heut nicht die Schule.“ Er kam näher und schlug vor: “ Erzähl erst einmal, was überhaupt passiert ist. Und was zur Hölle ist mit deinen Fuß passiert?“ Den hatte ich schon fast vergessen bei meiner kleinen Panikattacke. 
Ich setzte mich auf die Stufen vor seiner Eingangstür und erzählte ihn die ganze Geschichte. Im ersten Moment bekam er so einen Lachkrampf, dass ich schon befürchtete er würde sich noch einpinkeln. Ich fand das ganze nicht mehr zum Lachen. Als er fertig mit Lachen war, bemerkte er: “A lso echt Skye, Du ziehst Peinlichkeiten und Pech irgendwie magisch an. Es hört sich so absurd an, dass es schon wieder lustig ist. Lass uns heute einfach schwänzen und morgen wird er das schon wieder vergessen haben.“ Ich glaubte nicht daran, dass es so einfach war, aber zumindest hatte ich jemanden mit dem ich den Tag verbringen konnte, der mich gut von allen ablenken konnte.
So gingen wir wieder ins Haus zurück und frühstückten erst einmal ausgiebig, da mein Morgen bis jetzt leider kein Frühstück beinhaltet hatte. Nachdem Frühstück setzten wir uns vor dem Fernseher um ein paar Aggressionen beim Call of Duty etc. spielen abzubauen. Nebenbei redeten wir über alles mögliche, wie unsere Kindheit und überlegten uns was für ein Leben wir denn einmal führen wollten. 
„Ich weiß nicht. Ich bin erst seit 17 Jahren auf der Welt, woher soll ich wissen, was ein richtiges Leben ist. Jeder möchte später einen guten Beruf, Familie und ein Haus haben. Wieso? Das Leben bietet einen doch so viel mehr als sich auf 3 Dinge zu beschränken? Natürlich gibt es auch noch kleinere Dinge im Leben, aber warum wollen alle genau diese 3 Dinge? Warum sollte man das gleiche Leben, wie alle anderen führen, wenn man doch alles machen kann? Ich möchte nicht einfach nach meinen Abitur ein Studium beginnen, dann heiraten, Kinder kriegen und dann ein nettes Haus bauen. Natürlich vielleicht kommt das auch irgendwann, aber so macht es doch jeder. Es geht mir nicht darum anders zu sein, aber ich möchte das was mir dieses alles zu bieten hat auch alles ausnutzen. Ich möchte im Alter auf mein Leben zurückblicken und sagen: Ja, du hast das Leben geführt, welches du dir gewünscht hast und jede Möglichkeit, die sich dir geboten hat genutzt. Ich möchte nicht berühmt werden oder eine Seuche heilen, aber ich möchte ein für mich bedeutungsvolles Leben führen. Hört sich das dämlich an?“ meinte ich dann.
Noah lachte:“ Also eigentlich wolltest du mir jetzt YOLO sagen oder?“ Ich schlug ihn und er meinte doch: “ Nein, war nur ein Witz. Ich verstehe das. Es hört sich richtig an, das ist glaube ich auch einfach der Sinn des Lebens. Denn jeder definiert es einfach anders. Für einige ist Leben einfach nur möglichst problemlos dadurch zukommen und einfach nach Plan zu leben. Andere wollen das Leben mit allen seinen Problemen und haben kein Problem irgendwo anzuecken.“ Nachdem er mich schon zum 3. mal in Folge bei Call of Duty besiegt hatte, gab ich auf. Er meinte, er hätte ein Wundermittel zum Vergessen letztens gefunden. Und da ich Herrn Müller immer noch nicht aus dem Kopf bekam, ließ ich es ihn holen. Ein paar Minuten später kam er mit einer Flasche Wodka wieder. Ich bin eigentlich gar nicht so der Alkohol Fan, aber harte Zeiten erforderten harte Maßnahmen. Es gab wahrscheinlich schlimmeres als einen Lehrer anzuschreien und ihm einen Schuh gegen den Kopf zu werfen, aber in diesen Moment kam es mir vor wie der Supergau.
Wir tranken, lachten und redeten über Gott und die Welt. Nach einiger Zeit wurde mein Gehirnaktivität immer schwächer und ich merkte, wie der Alkohol sich bemerkbar machte. Ab da war ich wahrscheinlich nicht mehr wirklich zurechnungsfähig und Noah auch nicht. Wir erzählten nur noch Mist und schmiedeten Pläne, wie wir Herrn Müller loswerden könnten. Völlig sinnlose, unmögliche Dinge kamen dabei natürlich nur heraus obwohl ich mich im Nachhinein an nicht mehr wirklich viel erinnern konnte. Als Stille einkehrte sahen wir uns nur an. Es war irgendwie seltsam, denn Herr Müller und alles andere war weg. Alkohol sei Dank! Ich sah Noah an und auf einmal küsste ich ihn. Es kam einfach über mich. Ich hatte es nicht geplant. Als unsere Lippen sich berührten war es seltsam. 
Er und ich spürten das und lösten und sofort. Wir verfielen sofort in einen Lachkrampf. Wir brauchten nichts sagen. Jeder von uns beiden wusste, was der andere dachte. Es war total seltsam und falsch. Ich kam mir vor als hätte ich meinen Bruder geküsst. Noah sah es genauso. Wir lachten, redeten und machten allen möglichen Mist den ganzen Tag lang und ich vergaß alles. Ich war glücklich. Leider musste ich mich irgendwann meiner Mutter stellen. 
Am späten Abend kehrte ich nach Hause zurück und hoffte sie schlief schon. Das war natürlich nicht der Fall, denn ich konnte Geräusche aus ihren Schlafzimmer hören und leider war auch Herr Müllers Stimme zu hören. Ich schlich mich in mein Zimmer und ging sofort schlafen, um einen Kater zu vermeiden.
Als ich am Morgen erwachte merkte ich schon wie wenig das „zeitig“ schlafen gehen gebracht hatte. Ich fühlte mich als wäre ein Zug über mich hinweg gerollt und dieses Geräusch würde mich immer quälen. Alles erschien mir zu laut und viel zu hell. Ich schleppte mich ins Bad und vermied jeden Blick in den Spiegel. Ich sollte nicht noch vor Schreck in Ohnmacht fallen. Ich suchte meine Sonnenbrille und setzte diese auch gleich auf, damit es nicht so auffällig war. Unten wollte ich direkt zur Tür hinaus gehen, aber leider war meine Mutter schon wach und hatte anscheinend nicht vor mich zu verschonen. Die nächste halbe Stunde redete sie ohne Punkt und Komma. Ich verstand, dass sie sauer war, aber musste sie denn so laut reden? Ich hatte das Gefühl mein Kopf platzt gleich. Sie forderte ich solle mich bei „Paul“ entschuldigen und mein Handy wurde eingezogen, da sie nicht der Hausarrest-Typ war. 
Ich ging nach ihren Vortrag ganz normal zur Schule, da ich auf Noah vertraute und hoffte alles wäre halb so schlimm. Dem war leider nicht so. Ich wurde sofort zum Direktor gebeten wegen meines unentschuldigten Fehlens. Er brummte mir Nachsitzen auf, was mir aber recht war, da „Paul“ sowieso wahrscheinlich zuhause bei mir seien würde und ich auf ihn gut und gerne verzichten konnte. 
Die nächsten Wochen waren nicht wirklich spektakulär. Herr Müller ignorierte mich jedes Mal im Unterricht, wie auch bei mir Zuhause. Leider war er nun doch nicht nur ein One-Night-Stand sondern es schien sogar recht ernst zu sein. Meine Mutter bekam ich kaum noch zu sehen und wenn wir uns sahen war es angespannt zwischen uns. Ich schwänzte nun auch des öfteren mit und auch ohne Noah, da ich auf Mathe Unterricht gern mal verzichtete und ich trank auch öfter, was ich früher nie getan hatte. Das heißt mit mir ging es extrem bergab. Natürlich gab es viele Leute, denen es schlechter gab, aber zu meiner vorherigen Situation gesehen war es schon nicht ganz so einfach. Noah machte sich auch inzwischen Sorgen, aber es war mir alles egal.
Eines Abends kam ich nach Hause und hörte meine Mutter weinen. Sie saß auf dem Sofa und hatte ein fürchterlichen Bluterguss am Arm. Ich ging zu ihr:“ Mama, was ist passiert?, fragte ich. Sie antwortete nicht und ich fragte erneut und setzte mich zu ihr. Sie meinte, ihr wurde heute ihr Job gekündigt. Der Bluterguss soll aus reiner Unvorsichtigkeit entstanden sein. Ich nahm sie in den Arm und sagte, dass alles wieder gut werden würde. Auch mit weniger Geld würden wir es schon schaffen. Sie hatte, aber leider eine Möglichkeit um nicht mit weniger Geld leben zu müssen. Sie überlegte mit „Paul“ zusammen zuziehen und mir stockte der Atem. Das war das aller letzte, was ich wollte, lieber würde ich unter Brücke schlafen. Ihr war diese Idee leider nicht auszureden und so ging ich letztlich einfach schlafen.
Der nächste Morgen war nicht wirklich besser. Meine Mutter machte einen auf glückliche Familie und hatte mir sogar freudestrahlend mein Essen gemacht. Leicht verwirrt, was ihren Stimmungsumschwung verursacht hatte, ging ich in die Schule. Am Abend erfuhr ich, dass Herr Müller ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. Nach drei Monaten?? Ich war total geschockt. Es ist nicht so, dass ich meiner Mutter keinen neuen Mann gönnen würde. Ich habe es mir sogar öfter gewünscht, aber nicht Herr Müller. Er kam mir einfach falsch vor.
Ich wurde immer deprimierter und sank auch in der Schule ab. Ein paar Wochen später sah ich immer öfter Blutergüsse an meiner Mutter, aber sie winkte ab und meinte sie sei einfach ein extrem tollpatschiger Mensch. Langsam glaubte ich ihr nicht mehr und machte mir immer mehr Sorgen um sie. Denn ich bekam das seltsame Gefühl, dass Herr Müller etwas damit zu tun hat nicht aus dem Kopf. Ich fing ihn nach der Schule ab, um mit ihm zu reden.“ Herr Müller, haben sie kurz einen Moment?“, fragte ich ihn.
„Aber auch nur wenn es schnell geht, Skye.“
„Natürlich Herr Müller.“ Ich setzte meine freundlichstes Gesicht auf.
„Gut, was gibt es denn so dringendes?“
„Ist ihnen an meiner Mutter nicht auch in letzter Zeit etwas aufgefallen? Vielleicht diese mysteriösen Blutergüsse.“
„Deine Mutter ist einfach sehr tollpatschig, aber genau deshalb Liebe ich sie auch.“
Das Wort Liebe in Verbindung mit meiner Mutter aus seinen Mund zu hören, ekelte mich an.
„Irgendwie glaube ich ihnen da nicht. Wenn ich rausbekomme, dass sie das waren dann..“
„Dann was? Willst du mich anzeigen? Willst du mich rausschmeißen? Selbst, wenn ich daran Schuld wäre, könntest du rein gar nichts machen. Deine Mutter liebt mich und würde alles für mich tun, akzeptiere das. Du bist hilflos und wenn du irgendetwas versuchst, dann sorge ich persönlich dafür, dass dein Leben nicht mehr so schön bleibt wie es ist!“
Damit drehte er sich um und stieg in sein Auto. Ich stand noch eine Weile an der gleichen Stelle und war schockiert. Ich wusste gar nichts mehr. Ich war vollkommen leer. Das einzige, was ich noch spürte war Hass auf Herrn Müller...




Kommentare:

  1. Wow Teddylein :O Wie krass du das gemacht hast richtig geil! XD

    LG Jessii <3

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    1. Haha:D Danke, du schleimerin:)
      Ich hoffe du schreibst was schönes dazu:) Mal sehen was unserer lieben Skye noch so passiert:)

      Teddy<3

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Über Kommentare freue ich mich immer riesig, wie ein Schnitzel:) Deswegen bekommt auch jeder eine nette, liebe Antwort von mir. Also lasst eurer Fantasie freien Lauf und spamt mich mit Kommentaren zu.
Allerliebst Teddy<3

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