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Sonntag, 5. April 2015

The Story of Skye #11



Scheiße, Scheiße, Scheiße!! Was mach ich jetzt nur?? Ich hätte Amber das Handy aus der Hand schlagen sollen um dann einen schönen Freudentanz darauf zu vollführen. Ihr dummes Gesicht wäre es auf alls Fälle wert gewesen. Langsam entwickelt sich mein Leben nun wirklich zum Horrortrip. Als nächstes entführt Amber mich noch um mich in ein dunkles Kellerloch zu sperren. Und dann wird sie zum Vampir und saugt mir mein süßes Blut aus. Ich gucke eindeutig zu viele Horror Filme. Sie lasse ich nicht gewinnen!

So, jetzt habe ich immerhin noch 2 Möglichkeiten:
Entweder erkläre ich es ganz vernünftig Noah und hoffe darauf, dass er ausnahmsweise mal irgendetwas versteht oder ich finde einen Weg mir das Problem vom Hals zu schaffen. Ja, ich bin unvernünftig, denn jeder halbwegs kluge Mensch würde den ersten Weg gehen, weil es auch der richtige ist, aber HALLO? Ich bin 16, das ist das perfekte Alter um auch falsche Dinge zu tun.
"Kannst wohl gar nicht genug von mir kriegen!", meldete sich Benni am Telefon.
"Du stehst doch auf Nervenkitzel und nicht ganz legale Sachen, richtig?", fragte ich ihn sofort lächelnd.
"Skye, Sex ist ab 14. Das brauchen wir nicht illegal machen.", antwortete er lachend.
"Idiot! Kannst du nicht mal an etwas anderes denken? Ich meine es ernst!"
"Nicht wenn ich so etwas von dir höre, aber leg los. Was gibt's denn?"
"Amber hat ein Video von dir und mir am See und sie will es Noah zeigen!"
"Na und, als Porno kann sie es nicht wirklich verkaufen. Is doch nichts passiert."
"Benni! Du kennst doch Noah. Er wird ausrasten."
"Ja, schon gut. Was sieht dein höchstkrimineller Plan denn aus?"

Um 11 stand Noah vor meinen Haus. Ich stieg in meinen schwarzen Tarnklamotten ein und er brach in Gelächter aus. Na toll!
"Was ist denn jetzt schon wieder?", schrie ich ihn an.
"Schwarze Tarnsachen? Echt jetzt?! Das wirkt doch gleich noch ...... dämlicher?", lachte er weiter.
Ja, vielleicht nicht wirklich schlau von mir, aber ich habe mit wo etwas noch keine wirklichen Erfahrungen.

"Was machen wir denn jetzt eigentlich so genau mit Amber?", fragte er mich dann.

"Naja, so genau hab ich mir das nicht überlegt. Ich brauch irgendetwas womit ich sie dazu bringen kann, dass sie das Video löscht. Einbrechen und das Handy klauen ist leider keine Option. Die haben so ein ultra tolles Sicherheitssystem und ein Auftragskiller ist zu teuer."
"Ich kann sie mir auch einfach mal vorknöpfen. Ich schlage zwar eigentlich keine Mädchen, aber sie ist eher ein Dämon."
"Nein, ich will ihr einfach zeigen, dass sie nicht machen kann, was sie will."
"Also sind wir jetzt ein Team?", fragte er.
"Klar, einer für alle und alle für einen. Auch wenn wir nur 2 sind."
"Na dann beginnen wir mal Operation: Amber muss weg."
 Teddy<3

Freitag, 6. März 2015

The Story of Skye#9



Na toll, das nenne ich mal einen gelungen Nachmittag! Ein Nachmittag al la Skye! Da war ich so froh, dass Herrn Müller endlich der Prozess gemacht wurde, da kommt der tolle Freund Noah und macht mir eine Szene. Ich weiß, dass er Benni nicht mag, aber ehrlich mal: Was kann ich dafür, dass er so einen beschissenen Unfall bauen musste? Wäre er nicht zu blöd zum Moped fahren, hätte ich nie bei Benni mitfahren müssen und alles wäre gut gewesen. Demzufolge hat Noah gar kein Recht auf mich sauer zu sein, dachte ich trotzig und sauer. Ich verstand, dass er nicht sonderlich begeistert war, aber ich lass mich nicht von ihm so blöd anfahren und so handelte ich einmal wieder viel zu impulsiv und schickte ihm eine Nachricht:“Was fällt dir eigentlich ein mir so eine Szene zu machen? Du bist schließlich Schuld, dass er mich fahren musste. Lern erstmal ordentlich zu fahren, bevor du mich so anfährst! Und nur so zur Info: Benni war total nett, bedeutend netter als du es gerade eben zu mir warst. Tschüss!“ Im Nachhinein bereue ich es ihn auch so anzugehen, da es einfach Noah ist, der mich wahnsinnig viel bedeutet.
Da ich in meinen Zimmer zu ersticken drohte, ging ich an dem See. Es war ideales Wetter also zog ich einen Bikini ein und stieg auf mein Fahrrad. Die Sonne schien auf den See und spiegelte sich in dem leicht bräunlichen Wasser. Alles wäre perfekt, wenn nicht immer diese asozialen Leute ihren Müll überall hinschmeißen würden. Ich ging näher heran und auf einmal hatte ich das Gefühl, dass der Müll sich bewegte und Geräusche von sich gab. Ich wäre fest überzeugt gewesen, dass es ein Igel oder ein anderes Tier gewesen wäre, aber dieses Geräusch hatte ich noch nie zuvor gehört. Es klang wie ein Ächzen, aber auch irgendwo unmenschlich und nicht von dieser Welt. Ich näherte mich noch mehr dem Müllberg und auf einmal verstummte es. Der Müll sah nun aus wie ganz normaler Müll. Als ich ein paar Teile anhob und genauer hinschaute, bemerkte ich nichts außergewöhnliches und erklärte mich schon für verrückt als ich ein Geräusch hinter mit hörte.
Ich drehte mich ruckartig um und verlor natürlich dabei das Gleichgewicht und krachte in dem Müllhaufen. Als ich aufsah, stand Benni lachend vor mir.
„Netter Liegestuhl, aber dein Parfüm ist heute leicht streng, oder?“
„Idiot, helf mir lieber wieder hoch!“
„Nur wenn ich dir auch später beim Waschen helfen kann.“, meinte er lächelnd.
„Träum weiter!“,erwiderte ich und stand etwas sehr ungeschickte auf. Er hatte Recht, ich stank bestialisch, was mir erst in diesen Moment auffiel.
„Das werde ich, glaub mir.“, sagte er mit ernster Miene.
„Was machst du eigentlich hier? Stalkst du mich etwa?“, fragte ich ihn.
„Naja, vielleicht mache ich das ja, weil ich nicht ohne deine Gesellschaft kann.“, lächelte er mich an.
„Die Frage war ernst gemeint.“
„Und die Antwort auch.“, beteuerte er.
Ich bemerkte, dass ich wahrscheinlich keine richtige Antwort bekommen würde und ging an ihm vorbei.
„Wo willst du jetzt hin? Unser Gespräch war doch gerade so spannend.“, rief Benni mir nach.
„Baden gehen, wie du bemerkt hast stinke ich leicht.“
Ich legte meine Sachen bei meinen Fahrrad ab und wollte gerade hineingehen, als mich etwas von hinten packte. Nein, nicht etwas, sondern jemand. Benni. Es warf mich als wäre es nichts über die Schulter und ging Richtung See.
„He, spinnst du, da bekomme ich noch einen Kälte Schock, wenn du mich so schnell reinschleppst.“, sagte ich lachend, aber anklagend.
Als Antwort nahm er mich von seiner Schulter und trug mich auf seinen Armen.
„Besteht irgendeine Möglichkeit, dass ich auch allein hineingehen kann?“, fragte ich ihn.
„Wahrscheinlich eher nicht, außer du willst noch die restlichen Sachen ausziehen, da würde ich es als Entgegenkommen durchgehen lassen.“, meinte er nur lächelnd und ging ins Wasser.
Ich fügte mich meinen Schicksal, da ich wahrscheinlich sowieso keine Chance gegen ihn und seine Muskeln hätte und weil es recht angenehm war von ihm im Arm gehalten zu werden, auch wenn ich das ihm gegenüber nie zugeben würde. Sein Ego war immerhin schon groß genug.
Er ging langsam ins Wasser, so dass ich mir wirklich keine Kälte Schock zu zog. Die ganze Zeit über sagte er nichts und so traute ich mich auch nicht noch etwas zu sagen. Er trug mich einfach nur schweigend weiter. Als wir schon recht weit im Wasser, sagte ich schließlich:“Willst du mich nicht doch irgendwann wieder herunterlassen?“
„Oh, ja klar kein Problem, dass hatte ich total vergessen.“, antwortete er leicht überrascht.
Er ließ mich langsam los und so standen wir recht nah zu einander, wenn nicht sogar dicht aneinander gepresst. Mein Atem kam nur noch stoßweise und auch seiner schien unregelmäßig zu gehen. So standen wir da, unfähig etwas anderes zu tun als uns anzusehen. Ich weiß nicht wie es dazu kommen konnte. Benni schien für mich immer der Inbegriff von allen zu sein, was ich nicht wollte und nun konnte ich ihn nicht nahe genug sein. Wie Absurd ist das denn bitte? Skye, reiß dich zusammen, das sind nur die Hormone, du magst ihn gar nicht. Genau das versuchte ich mir immer wieder einzureden und schaltete endlich die Gefühle etwas aus. Ich hatte gesehen, wie blind Gefühle machen können und was ein Mensch, der einen angeblich liebt anrichten kann, also versuchte ich auf Abstand zu gehen. Da kam mir die Idee aus dieser intimen Situation herauszukommen.
Ich griff nach unten, nahm etwas Schlamm vom Boden des Sees. Der Shlamm in meiner Hand hatte eine seltsame Konsistenz und etwas war seltsam, aber das beachtete ich nicht weiter, denn ich hatte das Ziel vor Augen. Benni. Ich hob meine Hand und schleuderte ihn die eklige, dreckige Masse direkt in sein Gesicht. Er wusste gar nicht, wie ihn geschieht, da war er schon total dreckig im Gesicht.
„Womit habe ich das denn verdient?“, fragte er unschuldig.
„Du hast mich einfach, wie ein Neandertaler über die Schulter geworfen.“, sagte ich lachend und noch ein Batzen flog, aber diesmal aus seiner Richtung. Ich wich noch rechtzeitig aus, als mich auch schon der Zweite mitten im Gesicht traf. Und schon lachte ich nicht mehr. Das rief nach Gegenangriff und es artete in einer gigantischen Schlammschlacht aus. Als er endlich aufgab, wuschen wir uns und kehrten schließlich ans Ufer zurück. Ich nahm mir meine Sachen stopfte sie in den Rucksack. Ich wollte mich aufs Fahrrad schwingen und ihm zu winken, als er angerannt kam und meinte:“Bekommt der Neandertaler, denn gar keinen Abschiedskuss?“.
„Klar.“, sagte ich und er wirkte leicht überrascht über meine Reaktion.
Ich nahm ihn bei der Hand und zog ihn näher zu mir. Als er sich voll und ganz auf mich konzentrierte und schon seinen Kopf neigte, hob ich seine Hand an und gab ihn einen Kuss darauf. Ich ließ ihn sofort los, sprang auf meinen Drahtesel und fuhr davon.
„Also ein so toller Neandertaler, wie ich bin hat eindeutig mehr verdient, meinst du nicht auch?“, schrie er mir hinterher.
Natürlich hätte ich ihn wahrscheinlich liebend gern geküsst, aber Gefühle bedeuten Risiko. Und Risiko war zurzeit nicht ganz so mein Ding.....

Mittwoch, 4. Februar 2015

The Story of Skye#7





Die nächsten paar Tage passierte nichts wirklich spannendes. Meine Mutter war immer noch leicht verwirrt. Ich hielt mich so wenig wie möglich Zuhause auf um nicht auf ihre Fragen antworten zu müssen. Ich würde, aber schon sagen, dass es bergauf ging. Nur heute war wieder ein beschissener Tag. Heute war die Gerichtsverhandlung von Herr Müller und ich war als Zeugin geladen. Noah hatte mir eigentlich versprochen mich mit seinen Moped abzuholen, da meine Mutter mich schlecht fahren konnte. Nur leider verspätete sich der werte Herr. Ich starrte auf die Uhr und stellte fest, dass wenn er nicht in den nächsten 5 Minuten hier auftauchen würde, ich definitiv zu spät käme. Wahrscheinlich war sein Moped kaputt gegangen oder sonstiges und ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. Leider kam genau in diesen Moment ein Auto vorbei und hielt genau vor mir an. Und wer saß drin? Der liebe, nette Benni. Er war ein Jahr älter und konnte somit leider schon Auto fahren. Er ließ sein Fenster runter.
“Na Skye, hat Noah dich etwa versetzt? Mit mir würde dir das nicht passieren.“, meinte er.
„Nur gut, dass wir das nie testen werden.“
„Sei dir da mal nicht zu sicher. Soll ich dich irgendwohin mitnehmen?“
Ich wollte gerade widersprechen, als ich eine SMS von Noah bekam. Er war in einen kleinen Unfall verwickelt, weil er sich beeilen wollte um schnell bei mir zu sein. Ihm ging es zum Glück gut, aber er musste jetzt leider auf die Polizei warten und könnte mich nicht fahren. Das kann ja wohl nicht wahr sein!
„Das könntest du wirklich, aber nur unter ein paar Bedingungen.“
„Die wären?“
„Erstens: kommen keine blöden Anmachsprüche von dir und du provozierst Noah nicht mehr so dämlich!“
„Das lässt sich einrichten, wenn ich dafür mit deiner Gesellschaft beehrt werde.“, sagte er mit einen breiten Grinsen.
Wäre es nicht der dämliche Benni hätte ich vielleicht sogar zurück gelächelt. Ich stieg ein und hoffte wir wären schnell da.
„Wo soll es denn hingehen?“
„Zum Justizgebäude wäre nicht schlecht.“, antwortete ich ihn. Und fügte noch schnell hinzu: “Aber frag bitte nicht wieso.“
„Kein Problem, ich steh auf böse Mädchen.“ sagte er belustigt. Diesmal musste ich nun leider doch über seine Worte lächeln.
Ich stellte die Musik von The Offspring lauter.
„Wenigstens hast du einen guten Musikgeschmack.“, brummte ich vor mich hin, leider doch etwas zu laut.
„Ich habe überall guten Geschmack. Ich hab dich ja auch schließlich mitgenommen, dass ist nun wirklich nett von mir gewesen, also brauchst auch nicht so zickig tun. Keine Angst ich tu dir schon nichts. Vor der Turnhalle wollte ich bloß Noah ein wenig provozieren. Ich verstehe nicht was dein verdammtes Problem mit mir ist?“, sagte er.
„Was mein Problem ist? Willst du das wirklich wissen? Du bist der arroganteste Kerl, den ich kenne, du provozierst alle Grundlos, du behandelst jeden so als ob er nichts wert wäre. Und du bildest dir ein du bist der größte und tollste, der jede haben kann, nur weil viele Mädchen dich ja ach so toll finden. Ehrlich gesagt, bekomme ich bei Gedanken an dich schon fast Selbstmordgedanken, weil du einfach so blöd rüberkommst.“, schrie ich ihn halb an.
„Du kennst mich doch gar nicht wirklich. Weißt du etwa, wie ich bin? Nein. Und du kannst mir nicht erzählen, dass du immer so bist wie du dich allen gegenüber gibst? Wetten du bist genauso verletzlich, wie alle anderen auch und machst nur einen taff? Ich weiß, wie ich mich anderen gegenüber gebe, aber jeder muss doch irgendwie sein. Also urteile doch nicht nach deinen beschissenen ersten Eindruck.“, schrie er zurück.
„Mir reicht's. Lass mich raus. Ich laufe den Rest. Sofort!“, schrie ich ihn an.
„Mach doch was du willst. Mir ist es egal. Ich dachte du bist nicht so oberflächlich und wartest bis du jemanden verurteilst. Tja, meine Menschenkenntnis ist wohl doch nicht die beste.“, meinte er nur und hielt an. Ich wollte gerade aussteigen, als ich darüber nachdachte, was ich mache. Ich schloss die Tür und machte sie aber sofort wieder auf und stieg ein.
„Hallo, ich bin Skye. Ich bin Oberflächlich und urteile nach dem ersten Augenblick. Wer bist du?“, sagte ich. Benni schaute mich erst verwirrt an und als er es verstand, bekam er einen Lachflash. Das war das erste Mal, dass ich ihn so richtig ungezwungen lachen sah und ich musste auch lachen.
„Schönen Guten Tag, Skye. Ich bin der Benjamin, aber nenne mich nur Benni, da ich ein egozentrisches Arschloch bin ,dass gern seine Mitmenschen schlecht behandelt.“, antwortete er mir und wir mussten schon wieder lachen. Den Rest der Fahrt hörten wir Musik und redeten ein bisschen, da wir sozusagen das Kriegsbeil begraben hatten. Und Benni war gar nicht so übel, wie ich anfangs dachte. Als wir da waren, war ich fast traurig, dass die Fahrt schon zu Ende war. Ich stieg aus verabschiedete mich und ging die Treppen zum Justizgebäude hoch und hoffte, dass es nicht allzu schlimm werden würde....

 

Sonntag, 1. Februar 2015

The Story of Skye#5

Ich erstarrte vor Schreck. Warum muss man denn immer in solchen Situationen in Schockstarre verfallen? So etwas unnötiges. Als ich mich endlich gefangen hatte, rannte ich ins Haus. Ich war so in Angst und Sorge, dass ich an nichts anderes denken konnte. Ich stieß die Tür auf, und rannte die Treppe hinauf, wo die Schreie her kamen. Ich erreichte die Schlafzimmertür zitternd und stürmte hinein. Es war grausam.
Ich sah meine Mutter blutend auf den Boden. Herr Müller mit einer Brechstange oder etwas ähnlichen über ihr. Ich rannte zu ihr und versuchte ihn aufzuhalten. Er drehte sich nur um und schlug mich mit der Stange. Der Schmerz war mir in diesen Moment egal, ich stand viel zu viel unter Schock und das Adrenalin trieb mich zu Höchstleistungen an. Bevor ich einen weiteren Versuch starten konnte, griff Noah ein. Er zerrte Herr Müller von meiner Mutter runter und prompt bekam er auch einen drüber. Er taumelte kurz, aber schlug zurück um mir Zeit zu verschaffen. Ich ging zu meiner Mutter. Sie blutete schlimm und hatte übel aussehende Prellungen. Ich versuchte sie hoch zuziehen, aber sie war schwerer als sie aussah. Alleine würde ich es nicht schaffen. Zum Glück fiel mir in diesen Moment ein, dass mein Handy auf ihrer Kommode lag. Ich schnappte es und rief die Polizei an.
Ich wollte gerade die Situation schildern, als Herr Müller es mir aus Hand riss und wegschmiss. Ich hoffte, dass die Polizei genug Informationen hatte um uns zu helfen. Noah stürzte sich auf ihn und Herr Müller ließ seine Stange fallen. Ich sah meine Chance.
Ich nahm vorsichtig, um ihn nicht auf mich aufmerksam zu machen die Stange. Ich holte weit aus und schlug ihm hart auf den Hinterkopf. Ich hatte Angst das würde nicht reichen und schlug noch einmal richtig hart zu. Er taumelte und fiel um. Er war bewusstlos.
Ich erstarrte kurz, nicht realisierend was ich gerade getan hatte. Noah schüttelte mich und redete auf mich, aber ich war wie in Trance und schaute auf meine Mathelehrer herunter. Dann auf einmal war ich wieder da, aber mir tat die Wange fürchterlich weh und ich hielt sie mir.
“Tut mir leid, ich wusste nicht was ich machen soll“, erklärte Noah. Ich war wieder bei mir und wir nahmen gemeinsam meine Mutter und trugen sie die Treppe herunter. „Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen.“, meinte Noah. Ich schnappte mir die Autoschlüssel und wir gingen zum Auto meiner Mutter. Noah legte sie auf den Rücksitz und ich stieg neben ihr ein. Da hörten wir es die Treppe herunterpoltern. Herr Müller.
Noah stieg so schnell, wie möglich ein und startete den Motor. Natürlich hatte er genauso wenig, wie ich einen Führerschein, aber in diesen Moment spielten solche Nichtigkeiten keine Rolle. Ich hoffte bloß, dass sich seine Fahrfähigkeiten nicht auf Need for Speed beschränkten. Herr Müller stürmte aus den Haus und ging geradewegs auf das Auto zu.“ Noah, verdammt nochmal, gib doch endlich Gas!“ Herr Müller schlug meine Scheibe ein und zog an meinen Haaren. Noah fuhr endlich los und Teile meiner Haare wurden ausgerissen. Noah war zwar nicht der beste Fahrer, aber ich war zuversichtlich, dass wir zumindest unser Ziel erreichen würde. Meine Mutter war weiterhin bewusstlos. Ich versuchte während der ganzen Zeit sie munter zu bekommen, aber es war zwecklos. Als wir das Krankenhaus erreichten, nahmen wir meine Mutter und rannten schnell in die Notaufnahme.
“Hilfe! Helft mir bitte schnell, meine Mutter ist bewusstlos und..“ Dann versagte meine Stimme. Eine Krankenschwester kam an und nahm sie mir ab. Sie sagte, dass sie alles versuchen würden. Noah und ich setzten uns auf die Stühle und warteten einfach. Langsam setzte bei mir auch der Schmerz ein und ich merkte, dass ich an der Schläfe blutete und an der Stelle, wo meine Haare fehlten. Auch Noah sah übel zugerichtet aus. Seine Lippe war aufgeplatzt und seine Nase sah gebrochen aus. Außerdem war er überall mit Prellungen übersät.
Mein Gesundheitszustand war mir in diesen Moment, aber total egal. Ich dachte nur noch an meine Mutter und was nun passieren soll. Ich stand total unter Schock und saß stocksteif da, fähig einen klaren Gedanken zu fassen. Noah sah ähnlich aus. Die Zeit bis eine Schwester wieder kam, kam mir ewig. Sie sagte irgendetwas zu mir, aber ich weiß nicht mehr was. Noah zog mich hoch, da ich mich einfach nicht rührte. Anscheinend wollte die Krankenschwester meine Wunden versorgen und ich ließ mich mitziehen.
Als wir in dem sterilen Raum ankamen, nahmen Noah und ich Platz. Ich ließ ihn, aber nicht los, da ich einfach irgendeinen Halt brauchte. Sie versorgte Noah's und meine Wunden und redete wahrscheinlich auch mit mir, aber das war mir egal. Ich hatte immer wieder dieses Bild von meiner Mutter blutend auf den Boden vor meinen Augen.
Wir fuhren zu Noah nach Hause, da meine Mutter immer noch bewusstlos war und wir nichts tun konnten. Er legte mich in sein Bett und er nahm in den Sessel daneben Platz. Ich konnte nicht einschlafen, mir schwirrte viel zu viel durch den Kopf. Schließlich übermannte mich die Müdigkeit doch und ich schlief ein.
Wir fuhren am nächsten Tag ins Krankenhaus und ich rannte förmlich in das Zimmer meiner Mutter. Was mich dort erwartete, überraschte und schockierte mich. Ich sah Herrn Müller über meine Mutter gebeugt mit einen Messer in der Hand. Er schnitt meiner Mutter Kehle auf und ich schrie.
Ich schrie und wachte schweißgebadet in dem Bett auf. Noah wurde sofort wach. Er kam zu mir in sein Bett und tröstete mich. „Es wird alles gut, er wird dir und deiner Mutter nie wieder etwas antun. Alles wird gut.“
Ich hatte während der ganzen Zeit nicht eine Träne vergossen, aber nun kam alles heraus. Ich weinte an Noah's Schulter wahrscheinlich Stunden lang, bis ich mich wenigstens wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte. Er hielt mich die ganze Zeit nur fest und sagte mir, dass alles wieder gut werden würde.
Warum sagt jeder immer, dass alles wieder gut wird? Woher soll man das denn vorher wissen? Niemand kann wissen, was passiert und einen anzulügen macht es nicht besser. In diesem Moment half es mir aber, da ich dadurch nicht die Hoffnung auf ein Happy End verlor. Ich glaube ohne Noah, wäre ich total untergegangen.
Als ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte, sagte er halb lachend: “Skye, hast du eine Ahnung wie beschissen du aussiehst?“ Ich musste lächeln und schmiss ein Kissen nach ihm. Er fing es locker und für einen Moment fühlte ich mich besser, als ich anscheinend aussah.
“Du schleppst dich jetzt unter die Dusche, bevor du mein ganzes Zuhause einsaust und meine Eltern von ihren Wochenendtrip zurück sind. Ich mach in der Zeit Frühstück.“, meinte Noah. Ich schleppte mich von seinen Bett in das Badezimmer. Dort stieg ich unter die Dusche. Das Wasser war zwar viel zu heiß, aber es war mir einfach schlicht weg scheißegal.
Ich konnte so allein, erst alles so richtig realisieren und mir flossen wieder Tränen. Das Wasser wusch sie sofort weg und ich fühlte mich besser. Durch das Wasser hatte ich das Gefühl diesen schrecklichen Abend wegwaschen zu können mit all seinen Schrecken und Grauen. Als ich aus der Dusche stieg, fühlte ich mich zwar besser, aber ich war mir auch mehr denn je, der Situation bewusst.
Ich schlenderte runter in die Küche aus der schon ein herrlicher Geruch kam. Ich setzte mich an den Tisch, aß aber nichts.“ Skye, du musst etwas essen. Bevor du nichts gegessen hast, fahr ich dich nicht ins Krankenhaus.“ Ich nahm ein Brötchen und biss hinein. Wir aßen schweigend, denn keiner fand die richtigen Worte über das Geschehene zu reden und für etwas anderes war zurzeit kein Platz in meinen Kopf. Ich ging nach dem Essen sofort auf die Toilette und brach alles wieder heraus, was ich gegessen hatte. Ich konnte nichts drin behalten. Noah wartete schon an der Haustür auf mich und lief wahrscheinlich wie ein Zombie an ihm vorbei und stieg in das Auto ein.
Als wir nun endlich das Krankenhaus erreichten, zitterten meine Knie und ich konnte kaum stehen. Eine Schwester gab uns Auskunft, wo meine Mutter lag, aber sagte uns, dass wir erst mit dem Arzt reden müssten. Sie holte den Arzt.
Doktor Magnussen erklärte mir:“ Ihrer Mutter geht es soweit gut, aber sie hat eine Amnesie. Durch die Schläge auf ihren Kopf, weiß sie nichts von dem Zeitpunkt an, an dem Herr Müller anfing sie zu schlagen.“ Ich konnte es nicht glauben. Wie sollte man ihn denn jetzt einbuchten, wenn das Opfer keine Erinnerung hatte. Andererseits war ich froh, dass sie sich an nichts erinnern musste. Ich wäre auch froh alles vergessen zu könne. Der Arzt erklärte außerdem, dass die Polizei da war nachdem sie Herrn Müller im Haus vorgefunden hatten. Die Polizei, wollte noch ihre Zeugenaussagen aufnehmen. Das heißt sie könnten nicht lange im Krankenhaus bleiben, da die Polizei die Zeugenaussagen so schnell wie möglich haben wollte.“Es liegt bei ihnen, ob sie ihrer Mutter, die Geschehnisse erzählen wollen, da sie die einzige Angehörige sind.“ sagte er noch, bevor er mich in ihr Zimmer ließ.
Noah wartete draußen. Ich ging allein hinein und meine Mutter sah mich etwas verwirrt, aber nicht traurig an.
“Skye Schätzchen, was ist denn hier los? Warum bin ich im Krankenhaus?“, fragte sie.
„Mama, du bist..“ ich stockte kurz unschlüssig, ob ich ihr die Wahrheit sagen sollte,:“ Du bist die Treppe heruntergefallen als ich in der Schule war. Du warst bewusstlos.“
„Wo ist denn Paul? Wollte er mich nicht besuchen?“ fragte sie weiter, verwirrt.
„Er hat sich gestern von dir getrennt, und du kannst dich nicht daran erinnern, da du eine Kurzzeit Amnesie hast.“
„Amnesie sagst du? Deswegen kann ich mich an nichts erinnern.“
Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich total zitterte und sie von vorn bis hinten belog. Sie musste nicht wissen, was passiert ist. Manchmal ist es besser vergessen zu können. Ich wollte sie nicht belasten. Vielleicht würde sie mir auch gar nicht glauben. Ich fand zu der Zeit, war es die beste Entscheidung ihr nichts zu erzählen.
Der Arzt steckte den Kopf herein und teilte mir mit, dass die Besuchszeit leider vorbei war. Ich gab meiner Mutter zum Abschied einen Kuss und sagte ihr, dass alles wieder gut werde. So eine dumme Aussage.
Noah und ich fuhren auf die Polizeiwache. Der Polizist schrieb unsere Aussagen auf ein Protokoll und meinte, dass es reichen müsste um Herrn Müller ein paar Jahre in den Knast zu schicken. Ich war erleichtert. Er fragte, wie es meiner Mutter ging und ich erzählte ihm von der Amnesie. „Das tut mir leid, haben sie ihr die Wahrheit gesagt?“, fragte er darauf.
„Nein, sie sollte froh sein es vergessen zu können.“
„Vielleicht ist es besser so, aber ich würde dir raten einen Psychologen aufzusuchen.“
Ich verabschiedete mich schnell, da ich nichts wirklich von diesen Seeelenklempnern hielt.
Noah setzte mich zuhause ab.
Ich ging, aber nicht in das Haus hinein, da ich einfach nicht konnte. Ich war feige. Ich hatte Angst vor meiner Reaktion. Ich ging zu dem See.
Ich saß auf dem Steg und überlegt, wie es weiter gehen sollte. Ich wusste nur, dass es irgendwie weitergehen musste. Meine Mutter hatte keinen Job mehr und erinnerte sich nicht an die Ereignisse. Ich hingegen erinnerte mich wohl daran und ich glaube ich werde mich immer daran erinnern. Ich wusste nicht, wie ich jemals weiterleben sollte mit diesen Bildern im Kopf.
Der See sah heute so still und friedlich aus. Die Vögel zwitscherten und ein paar Grillen zirpten. Idyllisch eigentlich. Nur meine Gefühle passten nicht dazu. Ich sah auf das Wasser hinab. Wie friedlich und einfach es wäre mich einfach hinein sinken zu lassen und nie mehr aufzutauchen. Ich spielte mit dem Gedanken.
Ich ließ mich hinein fallen und wollte nichts mehr. Rein gar nichts mehr vom Leben. Das Leben ist beschissen und macht nur Probleme. Ich war im Wasser und erinnerte mich an das Gespräch zwischen Noah und mir an jenen Morgen, als Herr Müller das erste mal bei meiner Mutter war. „Für einige ist der Sinn des Lebens, alles mitzunehmen und auch überall anzuecken. “, rief ich mir seine Worte ins Gedächtnis.
Ist es nicht das, was ich mir gewünscht hatte?
Ein Leben voller Fehler, aber einfach Leben?
Kann ich meine Mutter einfach alleine lassen?
Wird es denn nicht vielleicht wirklich wieder besser?
Es wäre einfach alles hinter sich zu lassen, aber will ich das auch?
Warum denn den einfachen Weg nehmen, wenn man auch leben kann so wie man es will?
Ich beschloss mich dem Leben zu stellen und tauchte wieder auf. Es waren vielleicht nicht einmal 2 Minuten, die ich unter Wasser war, aber in diesen 2 Minuten ist mir mehr klar geworden, als in den letzten 2 Tagen. Ich kann nicht aufgeben und werde es auch nicht....

Freitag, 30. Januar 2015

The Story of Skye#3


Hier kommt ihr zur kompletten Kapitelübersicht: *Klick*
 
Unfähig irgendetwas zu tun oder gar zu sagen stand ich da. Und, dass ich keine Worte fand war etwas, dass nicht allzu oft vorkommt. Höchstens mal, wenn der eigene Mathelehrer halbnackt in dem eigenen Zuhause saß. In diesen Moment ging mir so vieles durch den Kopf. Einiges war nicht wirklich angenehm, da ich über mein Kopfkino leider keine Kontrolle habe. Wahrscheinlich stand auch noch mein Mund auf, so dass er meinen „Guten-Morgen-Ich-habe-noch-keine-Zähne-geputzt“ Atem eigentlich hätte riechen müssen, aber er saß ganz ruhig, man bemerke auf MEINEN Stuhl und trank seinen Kaffee aus MEINER Tasse. Ich bin nicht gegen das Teilen mit anderen Menschen, aber Kommunistin bin ich wohl eher auch nicht und erst recht nicht bei meinen verhassten Mathelehrer. 
Ich machte mir zwar keine Gedanken, dass aus diesen One-Night-Stand etwas ernstes wurde, aber Herr Müller könnte auch ein Psychopath sein. Ja, ich war mir ziemlich sicher, dass er ein Psychopath war und bestimmt irgendeinen ekligen Fetisch hatte, wie Füße, obwohl ein Fuß-Fetisch wäre vielleicht noch einigermaßen zu ertragen. Ich bin, aber fester Überzeugung, dass er nicht ganz sauber ist. Allein seine Berufswahl sprach doch Bände. Während ich über Fetische und über psychopathische Lehrer nachdachte, wurde mir bewusst, dass ich immer noch auf der gleichen Stelle stand. Denn wenn ich ihn weiter so anstarrte, würde ER mich noch für gestört halten.
Ich sagte mir innerlich, dass alles halb so schlimm so war und ich am besten den Rückzug antreten sollte. Leise und vorsichtig damit er auch wirklich nichts mitbekam. Ja, leise und vorsichtig war noch nie so meine Stärke. Es passierte, was passieren musste. Ich war glücklicherweise schon auf der ersten Stufe der Treppe angelangt als sie unter mir nach gab und zerbrach. Es gab ein lautes Kraches und seltsamerweise bemerkte er gar nichts. 
Langsam fühlte ich mich etwas verarscht und glaubte er ignorierte mich mit Absicht um sich über mich lustig zu machen. Und natürlich steckte ich fest in der Stufe mit meinen Fuß. Das ist ein guter Morgen a la Skye Koslowski. 
Ich stand da und wusste nicht, was ich nun machen sollte, da ich 1. festsaß und 2. Mein werter Mathelehrer sich entschlossen hatte mich zu ignorieren. Ein Glück sah ich einen Schuh ein paar Meter von mir entfernt liegen, wenn ich dem Müller den an den Kopf werfen würde könnte er mich gar nicht ignorieren. Das hörte sich für mich nach einen grandiosen Plan. Eine kleine Beule an seinen Kopf muss man da schon in Kauf nehmen. 
Ich versuchte also an den Schuh heran zu kommen und war schon fast am aufgeben als ich ihn endlich erreichte. Ich warf und genau in dem Moment drehte sich Herr Müller um samt Kaffeetasse. Natürlich schaute er leicht entsetzt als der Schuh sich auf ihn zu bewegte. Er landete direkt in seinen Gesicht und er ließ MEINE Tasse fallen. Also zumindest mein Sportlehrer wäre auf diesen Wurf stolz auch wenn mein Mathelehrer nicht gerade glücklich aussah. Wenigstens widerlegte ich alle seine Wahrscheinlichkeitsrechnungen, denn das was mir gestern und heute an Peinlichkeiten passiert war, sprengte jeden Rahmen. Wenigstens war es für Herrn Müller erfreulich, falls er wirklich einen Fuß Fetisch hat.
„Skye, warum wirfst du mir einfach so einen Schuh in mein Gesicht?“, schrie er mich an. 
„Das wollte ich doch gar nicht. Ich wollte nur..“, versuchte ich, aber er unterbrach mich einfach. „Es ist mir vollkommen egal, was du wolltest. Es geht darum was du getan hast egal aus welchen Beweggründen. Ich bin dein Lehrer. Ich sollte eine Respektsperson für dich sein. Du kannst nicht einfach Schuhe nach mir werfen!“ fuhr er fort. 
Da platzte mir total der Kragen und ich schrie ihn entgegen: „Mein Lehrer??! Welcher Lehrer schläft denn mit der Mutter seiner Schülerin? So etwas tut nur ein anstandsloses Schwein. Und ich soll vor ihnen noch Respekt haben?“.
Ich war so wütend auf ihn, dass ich so fest an meinen Fuß zog das er endlich frei, denn in diesen Moment waren Fußschmerzen das aller letzte an das ich dachte. Ich schnappte mir meine Sachen und rannte zur Tür hinaus. Draußen vor Tür konnte ich nicht glauben was gerade passiert war. Ich hätte natürlich nicht so ausrasten dürfen. Er hatte Recht. Trotz dieser Umstände war er immer noch mein Lehrer und somit habe ich ihn wenigstens ein bisschen zu achten, aber ehrlich gesagt in dem Moment war es mir einfach scheißegal. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich stand da und war planlos. In die Schule wollte ich nicht wirklich, da ich ihn zwangsläufig begegnet wäre. Was blieb mir da noch übrig?
Ich entschied mich kurzerhand einfach zu Noah zu gehen. Er verstand mich und würde mich nicht verurteilen, dachte ich. Also schnappte ich mir mein Moped und fuhr los. Als ich vor seinen Haus ankam, hoffte ich das er noch nicht weg war. Ich lief zur Tür und genau in dem Moment kam er auch schon heraus spaziert. Er schaute mich verwirrt an und sagte: “ Skye? Was machst du hier? Kriegst wohl nicht genug von mir.“, aber als er meinen Gesichtsausdruck bemerkte, schwand sein Lächeln. “ Was ist passiert?“, fragte er nun besorgter. „Ich hab etwas richtig dummes getan. Ich kann heut nicht die Schule.“ Er kam näher und schlug vor: “ Erzähl erst einmal, was überhaupt passiert ist. Und was zur Hölle ist mit deinen Fuß passiert?“ Den hatte ich schon fast vergessen bei meiner kleinen Panikattacke. 
Ich setzte mich auf die Stufen vor seiner Eingangstür und erzählte ihn die ganze Geschichte. Im ersten Moment bekam er so einen Lachkrampf, dass ich schon befürchtete er würde sich noch einpinkeln. Ich fand das ganze nicht mehr zum Lachen. Als er fertig mit Lachen war, bemerkte er: “A lso echt Skye, Du ziehst Peinlichkeiten und Pech irgendwie magisch an. Es hört sich so absurd an, dass es schon wieder lustig ist. Lass uns heute einfach schwänzen und morgen wird er das schon wieder vergessen haben.“ Ich glaubte nicht daran, dass es so einfach war, aber zumindest hatte ich jemanden mit dem ich den Tag verbringen konnte, der mich gut von allen ablenken konnte.
So gingen wir wieder ins Haus zurück und frühstückten erst einmal ausgiebig, da mein Morgen bis jetzt leider kein Frühstück beinhaltet hatte. Nachdem Frühstück setzten wir uns vor dem Fernseher um ein paar Aggressionen beim Call of Duty etc. spielen abzubauen. Nebenbei redeten wir über alles mögliche, wie unsere Kindheit und überlegten uns was für ein Leben wir denn einmal führen wollten. 
„Ich weiß nicht. Ich bin erst seit 17 Jahren auf der Welt, woher soll ich wissen, was ein richtiges Leben ist. Jeder möchte später einen guten Beruf, Familie und ein Haus haben. Wieso? Das Leben bietet einen doch so viel mehr als sich auf 3 Dinge zu beschränken? Natürlich gibt es auch noch kleinere Dinge im Leben, aber warum wollen alle genau diese 3 Dinge? Warum sollte man das gleiche Leben, wie alle anderen führen, wenn man doch alles machen kann? Ich möchte nicht einfach nach meinen Abitur ein Studium beginnen, dann heiraten, Kinder kriegen und dann ein nettes Haus bauen. Natürlich vielleicht kommt das auch irgendwann, aber so macht es doch jeder. Es geht mir nicht darum anders zu sein, aber ich möchte das was mir dieses alles zu bieten hat auch alles ausnutzen. Ich möchte im Alter auf mein Leben zurückblicken und sagen: Ja, du hast das Leben geführt, welches du dir gewünscht hast und jede Möglichkeit, die sich dir geboten hat genutzt. Ich möchte nicht berühmt werden oder eine Seuche heilen, aber ich möchte ein für mich bedeutungsvolles Leben führen. Hört sich das dämlich an?“ meinte ich dann.
Noah lachte:“ Also eigentlich wolltest du mir jetzt YOLO sagen oder?“ Ich schlug ihn und er meinte doch: “ Nein, war nur ein Witz. Ich verstehe das. Es hört sich richtig an, das ist glaube ich auch einfach der Sinn des Lebens. Denn jeder definiert es einfach anders. Für einige ist Leben einfach nur möglichst problemlos dadurch zukommen und einfach nach Plan zu leben. Andere wollen das Leben mit allen seinen Problemen und haben kein Problem irgendwo anzuecken.“ Nachdem er mich schon zum 3. mal in Folge bei Call of Duty besiegt hatte, gab ich auf. Er meinte, er hätte ein Wundermittel zum Vergessen letztens gefunden. Und da ich Herrn Müller immer noch nicht aus dem Kopf bekam, ließ ich es ihn holen. Ein paar Minuten später kam er mit einer Flasche Wodka wieder. Ich bin eigentlich gar nicht so der Alkohol Fan, aber harte Zeiten erforderten harte Maßnahmen. Es gab wahrscheinlich schlimmeres als einen Lehrer anzuschreien und ihm einen Schuh gegen den Kopf zu werfen, aber in diesen Moment kam es mir vor wie der Supergau.
Wir tranken, lachten und redeten über Gott und die Welt. Nach einiger Zeit wurde mein Gehirnaktivität immer schwächer und ich merkte, wie der Alkohol sich bemerkbar machte. Ab da war ich wahrscheinlich nicht mehr wirklich zurechnungsfähig und Noah auch nicht. Wir erzählten nur noch Mist und schmiedeten Pläne, wie wir Herrn Müller loswerden könnten. Völlig sinnlose, unmögliche Dinge kamen dabei natürlich nur heraus obwohl ich mich im Nachhinein an nicht mehr wirklich viel erinnern konnte. Als Stille einkehrte sahen wir uns nur an. Es war irgendwie seltsam, denn Herr Müller und alles andere war weg. Alkohol sei Dank! Ich sah Noah an und auf einmal küsste ich ihn. Es kam einfach über mich. Ich hatte es nicht geplant. Als unsere Lippen sich berührten war es seltsam. 
Er und ich spürten das und lösten und sofort. Wir verfielen sofort in einen Lachkrampf. Wir brauchten nichts sagen. Jeder von uns beiden wusste, was der andere dachte. Es war total seltsam und falsch. Ich kam mir vor als hätte ich meinen Bruder geküsst. Noah sah es genauso. Wir lachten, redeten und machten allen möglichen Mist den ganzen Tag lang und ich vergaß alles. Ich war glücklich. Leider musste ich mich irgendwann meiner Mutter stellen. 
Am späten Abend kehrte ich nach Hause zurück und hoffte sie schlief schon. Das war natürlich nicht der Fall, denn ich konnte Geräusche aus ihren Schlafzimmer hören und leider war auch Herr Müllers Stimme zu hören. Ich schlich mich in mein Zimmer und ging sofort schlafen, um einen Kater zu vermeiden.
Als ich am Morgen erwachte merkte ich schon wie wenig das „zeitig“ schlafen gehen gebracht hatte. Ich fühlte mich als wäre ein Zug über mich hinweg gerollt und dieses Geräusch würde mich immer quälen. Alles erschien mir zu laut und viel zu hell. Ich schleppte mich ins Bad und vermied jeden Blick in den Spiegel. Ich sollte nicht noch vor Schreck in Ohnmacht fallen. Ich suchte meine Sonnenbrille und setzte diese auch gleich auf, damit es nicht so auffällig war. Unten wollte ich direkt zur Tür hinaus gehen, aber leider war meine Mutter schon wach und hatte anscheinend nicht vor mich zu verschonen. Die nächste halbe Stunde redete sie ohne Punkt und Komma. Ich verstand, dass sie sauer war, aber musste sie denn so laut reden? Ich hatte das Gefühl mein Kopf platzt gleich. Sie forderte ich solle mich bei „Paul“ entschuldigen und mein Handy wurde eingezogen, da sie nicht der Hausarrest-Typ war. 
Ich ging nach ihren Vortrag ganz normal zur Schule, da ich auf Noah vertraute und hoffte alles wäre halb so schlimm. Dem war leider nicht so. Ich wurde sofort zum Direktor gebeten wegen meines unentschuldigten Fehlens. Er brummte mir Nachsitzen auf, was mir aber recht war, da „Paul“ sowieso wahrscheinlich zuhause bei mir seien würde und ich auf ihn gut und gerne verzichten konnte. 
Die nächsten Wochen waren nicht wirklich spektakulär. Herr Müller ignorierte mich jedes Mal im Unterricht, wie auch bei mir Zuhause. Leider war er nun doch nicht nur ein One-Night-Stand sondern es schien sogar recht ernst zu sein. Meine Mutter bekam ich kaum noch zu sehen und wenn wir uns sahen war es angespannt zwischen uns. Ich schwänzte nun auch des öfteren mit und auch ohne Noah, da ich auf Mathe Unterricht gern mal verzichtete und ich trank auch öfter, was ich früher nie getan hatte. Das heißt mit mir ging es extrem bergab. Natürlich gab es viele Leute, denen es schlechter gab, aber zu meiner vorherigen Situation gesehen war es schon nicht ganz so einfach. Noah machte sich auch inzwischen Sorgen, aber es war mir alles egal.
Eines Abends kam ich nach Hause und hörte meine Mutter weinen. Sie saß auf dem Sofa und hatte ein fürchterlichen Bluterguss am Arm. Ich ging zu ihr:“ Mama, was ist passiert?, fragte ich. Sie antwortete nicht und ich fragte erneut und setzte mich zu ihr. Sie meinte, ihr wurde heute ihr Job gekündigt. Der Bluterguss soll aus reiner Unvorsichtigkeit entstanden sein. Ich nahm sie in den Arm und sagte, dass alles wieder gut werden würde. Auch mit weniger Geld würden wir es schon schaffen. Sie hatte, aber leider eine Möglichkeit um nicht mit weniger Geld leben zu müssen. Sie überlegte mit „Paul“ zusammen zuziehen und mir stockte der Atem. Das war das aller letzte, was ich wollte, lieber würde ich unter Brücke schlafen. Ihr war diese Idee leider nicht auszureden und so ging ich letztlich einfach schlafen.
Der nächste Morgen war nicht wirklich besser. Meine Mutter machte einen auf glückliche Familie und hatte mir sogar freudestrahlend mein Essen gemacht. Leicht verwirrt, was ihren Stimmungsumschwung verursacht hatte, ging ich in die Schule. Am Abend erfuhr ich, dass Herr Müller ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. Nach drei Monaten?? Ich war total geschockt. Es ist nicht so, dass ich meiner Mutter keinen neuen Mann gönnen würde. Ich habe es mir sogar öfter gewünscht, aber nicht Herr Müller. Er kam mir einfach falsch vor.
Ich wurde immer deprimierter und sank auch in der Schule ab. Ein paar Wochen später sah ich immer öfter Blutergüsse an meiner Mutter, aber sie winkte ab und meinte sie sei einfach ein extrem tollpatschiger Mensch. Langsam glaubte ich ihr nicht mehr und machte mir immer mehr Sorgen um sie. Denn ich bekam das seltsame Gefühl, dass Herr Müller etwas damit zu tun hat nicht aus dem Kopf. Ich fing ihn nach der Schule ab, um mit ihm zu reden.“ Herr Müller, haben sie kurz einen Moment?“, fragte ich ihn.
„Aber auch nur wenn es schnell geht, Skye.“
„Natürlich Herr Müller.“ Ich setzte meine freundlichstes Gesicht auf.
„Gut, was gibt es denn so dringendes?“
„Ist ihnen an meiner Mutter nicht auch in letzter Zeit etwas aufgefallen? Vielleicht diese mysteriösen Blutergüsse.“
„Deine Mutter ist einfach sehr tollpatschig, aber genau deshalb Liebe ich sie auch.“
Das Wort Liebe in Verbindung mit meiner Mutter aus seinen Mund zu hören, ekelte mich an.
„Irgendwie glaube ich ihnen da nicht. Wenn ich rausbekomme, dass sie das waren dann..“
„Dann was? Willst du mich anzeigen? Willst du mich rausschmeißen? Selbst, wenn ich daran Schuld wäre, könntest du rein gar nichts machen. Deine Mutter liebt mich und würde alles für mich tun, akzeptiere das. Du bist hilflos und wenn du irgendetwas versuchst, dann sorge ich persönlich dafür, dass dein Leben nicht mehr so schön bleibt wie es ist!“
Damit drehte er sich um und stieg in sein Auto. Ich stand noch eine Weile an der gleichen Stelle und war schockiert. Ich wusste gar nichts mehr. Ich war vollkommen leer. Das einzige, was ich noch spürte war Hass auf Herrn Müller...




Dienstag, 27. Januar 2015

The Story of Skye#1



Leider ist uns erstmal kein anderer Titel eingefallen, da wir im Moment ja einfach noch nicht wissen, worum es überhaupt gehen wird. Ich hoffe euch gefallen unsere Ideen und gebt uns auch gerne Feedback, auch mit Wünschen, Anregungen und Kritk. So dann gehts mal los mit meinen ersten Teil. Wie gesagt der 2.Teil kommt dann am Samstag bei Jessi.


Und wieder einmal frage ich mich, was in seinen kranken Kopf denn vorgehen mag. Natürlich verstehe ich, dass er seine „männlichen Triebe“ ausleben muss, aber muss er es denn jeden unter die Nase reiben? Ich glaube wohl eher nicht! Denn niemand interessiert es, außer natürlich sein riesiges Ego. Jetzt denkt man wahrscheinlich: ahhh Na toll, wieder so ein Bad Boy, der sich jedes Mädchen schnappt und damit auch noch bei jeden Prahlen muss. Leider nein, das schlimme an der Geschichte ist auch noch, dass sich so etwas mein bester Freund nennt. Eigentlich sollte man meinen, ich habe einen schlechten Geschmack, was Freunde angeht, aber das Problem dabei ist: Er ist leider nicht das typische Arschloch,wie ich anfangs dachte. Das nenne ich mal eine Beleidigung für meine Menschenkenntnis. 
Eigentlich sollt ich mich nicht weiter über sein „Ich bin der King!“-Gehabe aufregen – dafür ist der Tag einfach viel zu schön, aber ich sollte auch immer brav meine Hausaufgaben machen oder mein Zimmer aufräumen. Und ehrlich gesagt: Wer macht das immer? Deswegen sind so mini kleine Ausfälle schon mal möglich. 
Das hört sich jetzt alles sehr nach einer typischen Lovestory zwischen uns beiden an nach dem Schema, welches jeder kennt: Mädchen 1 hält Kerl von Typ Arschloch für das, was er vorgibt zu sein, dann lernt sie ihn näher kennen und entdeckt, was für ach so toller Kerl er doch ist und sie verlieben sich ineinander. Happy End. Nein, so läuft das zwischen uns natürlich nicht, ein Glück, das wäre mal so krass Klischee beladen, daraus könnte man direkt ein Buch oder Film machen.
Natürlich hat es ihn anfangs gewurmt, dass ich eine wenigen war, die seiner tollen Persönlichkeit widerstehen konnte und die sich auch jetzt ihm nicht an den Hals wirft, aber über dieses Stadium sind wir inzwischen schon längst hinweg. Manchmal macht er darüber noch Scherze, aber mehr läuft da nicht und das wird auch so bleiben, denn an wahre, gute Beziehungen glauben wir beide nicht mehr. 
Und genau bei dieser Überlegung, ob ich ihm nur einfach den Mund zu tackern sollte oder ihn vielleicht doch einfach gleich im See versenken sollte, kommt meine Mutter vorbei um mich zu ihrer Yoga Stunde mitzunehmen, die ich natürlich ganz ganz aus versehen vergessen habe. Sie war der Meinung ich habe im letzter so unausgeglichen gewirkt und ich solle doch wieder versuchen meinen inneren Frieden zu finden. Wie gesagt war SIE der Meinung, ich keineswegs. Das klingt jetzt wahrscheinlich so als,ob ich sie nicht leiden könnte oder zumindest das,was sie mir manchmal antut, aber ich finde es eigentlich toll eine nicht so normale Mutter zu haben, die auch mal einfach so im Garten nackt Yoga macht. Auch wenn das schon öfter mal dazu geführt hat, dass unser 80 jähriger Nachbar Herr Kupschinzky umgefallen ist. Auch ihre Kleidung und ihre ganzen Räucherstäbchen stören mich nie. Im Gegenteil, ich glaube genau, weil sie so anders mag ich sie so sehr.
Aber eine Sache gibt es da schon, die mich da stört und das ist mein Name. Ja, das kann man jetzt auslegen, wie man möchte, aber für mich ist es einfach vollkommen unverständlich, wie man das seinen Kind antun kann oder wahrscheinlich sollte ich mich eher fragen, wie bekifft man da seien muss, um auf so etwas zu kommen. Skye?!! Wie der Himmel und wegen der Ästhetik hängen wir noch ein e daran. Danke Mama, dass du wenigstens an das e gedacht hast. Dieses e macht es natürlich gleich wieder besser. Ich habe zwar schon von vielen Leuten gehört, wie schön sie den Namen doch finden, aber ich hätte mich doch auch mit etwas wie Anna oder Marie zufrieden gegeben. Am besten ist, aber natürlich die Geschichte zu meinen Namen. 
Meine Mama war auf einen Festival und genau da traf sie meinen Vater. Es war natürlich Liebe auf den ersten Blick und ein bisschen zu viel Gras. Sie setzten sich ab und zeugten mich auf einer Wiese im Nirgendwo. Und genau während dieses Aktes, sah meine Mutter zum Himmel und bemerkte, wie schön er doch war. Obwohl ich mir durch aus vorstellen könnte, dass sie damals den Himmel noch nicht mal so wahrgenommen hat, wie er real ausgesehen hat. Das hört sich ja alles recht nett und nach einer schöner Geschichte an, aber überlegt euch mal: Was wäre denn, wenn ich einen Bruder hätte, der in einen Hotel gezeugt wurde. Da wird es dann schon schwieriger mit der Namensgebung.
Tja, manche Sachen im Leben laufen halt nicht so,wie man es sich wünscht. Und heute war natürlich wieder einer dieser Tage, der mal so gar nicht Plan läuft. Da versuche ich einmal mich vor meiner Mutter zu drücken und genau an diesen einen Tag hat sie eine Eingebung von mütterlicher Intuition und weiß natürlich, dass ich am See bin. Den sie eigentlich total verabscheut, weil wie sie immer sagt, da nur die Tiere rein scheißen, die Industrie ihren Abfall rein kippt und es eigentlich von toten Fischen, die an der Wasseroberfläche schwimmen wimmeln müsste. Ihre Worte, nicht meine. Ich bin der Meinung, dass ein bisschen Dreck und Abfall noch niemanden geschadet hat. Früher habe ich doch auch Sandkuchen gebacken und diesen auch verzehrt. Dagegen hatte sie dann natürlich wieder nichts. Das lag wahrscheinlich,aber eher daran, dass sie mir nicht geglaubt hat. Denn welches Kind würde schon Sandkuchen essen, wenn es schon so schlechte Erfahrungen mit den richtigen Kuchen der eigenen Mutter gemacht hat?
Meine Mama mag vielleicht ziemlich Alternativ aussehen und wirken, aber was mich angeht ist sie wie jedes normale Elternteil auch. Und schon höre ich es rufen:“Hallo Schatz, was treibst du dich denn immer an diesen Drecksloch herum?“ Ja, genau dieses Drecksloch nennt sich auch See. „Mama, was machst du denn an diesen Drecksloch?, frage ich.„Dich für unsere Yoga Stunde abholen, natürlich. Heute kommen sogar Lockerungsübungen für Bauch, Becken und Unterleib dran. Vielleicht hilft dir das nächste Mal bei deinen Menstruationsbeschwerden.“ Das hätte sie sich auch sparen können, denn ich höre schon, wie im Hintergrund sich einige totlachen und sich köstlichst amüsieren über die Worte meiner Mutter, die sie natürlich nicht lauter hätte sagen können. 
Ein Glück bin ich ein Mensch, der die Fähigkeit rot zu werden nie gelernt hat, sonst wäre ich schon längst eine geplatzte Tomate. In diesen Moment kommt natürlich auch noch Noah, der besagte Junge mit dem größten Ego der Welt. Und prompt kommt natürlich, was zu erwarten war:“Ach Skye, das kannst du mir doch sagen. Jetzt weiß ich wenigstens warum du immer so zickig bist. Aber haben Frauen ihre Tage nicht eigentlich nur einmal pro Monat?“ Ein Glück hatte es vor einigen Tagen geregnet. Denn sonst hätte ich nicht einen schönen Matschklumpen nehmen können und ihn direkt ins Gesicht klatschen können.“Ich hab dir doch schon immer gesagt etwas Farbe im Gesicht, würde dir besser stehen.“, erwidere ich darauf.
Meine Mutter die inzwischen schon zum Auto vorgegangen war, rief nach mir und so hatte ich eine Ausrede der Matschschlacht mit Noah aus dem Weg gehen zu können. Ich verabschiede mich schnell von meinen Freunden per Handzeichen, da ich Angst vor einen Rachefeldzug seitens Noah habe. Dieser ist zum Glück noch mit seinen Gesicht beschäftigt, so dass ich mich nicht sonderlich beeilen muss. 

Ich blicke auf den See zurück und verstehe nicht was meine Mutter gegen ihn hat. Er liegt idyllisch im Wald. Hier und da ein paar kleine Sträucher und Blumen. Es sieht aus wie in einen Märchenwald, nur das Wasser ist etwas dreckig und wenn man genau hinsieht, sieht man überall Tonnen und Müll rumliegen. Trotz dieses Müll hat dieser See etwas beruhigendes für mich. Er ist eine Konstante in meinen Leben von denen es nicht allzu viele gibt. Jedes mal, wenn ich die Schnauze voll von allen habe, komme ich an diesen See um nachzudenken über das Leben, den Tod, die Liebe über alles. Der See ist trotz aller seiner Fehler und Dreckecken mein persönliches Paradies.
Und so gehe ich schweren Herzens zum Auto. Auf der Fahrt zur Yoga Stunde laufen im Radio die Nachrichten über die meine Mutter sich wieder einmal richtig aufregt, da ihr die derzeitige Politik und Weltsituation überhaupt nicht in den Kram passt. Ich höre nicht wirklich zu, da es die gleiche Leier wie immer ist. Als wir das Yoga Studio erreichen fängt es richtig an zu schütten, aber leider haben wir noch einige Meter vom Parkplatz bis zum Studio zu laufen. Leider reicht auch genau diese Zeit aus um mein komplettes T-Shirt durchzuweichen, welches ich eigentlich anbehalten wollte. Das ganze wäre nicht halb so schlimm, wenn es nicht weiß gewesen wäre und ich keinen pinken Hello Kitty Bh getragen hätte. Das hat man davon, wenn man eine Mutter hat, die der Meinung ist, dass zu viel waschen zu viel kostet. Aber ich sehe es lieber positiv und denke, dass eine weiße Hose mit pinker Unterwäsche und am besten noch meinen Tage, eine viel schlimmere Mischung gewesen wäre. Also gehe ich voller Stolz meine Unterwäsche präsentierend herein und freue mich auf eine Stunde Qualen. 

Und diese ganze Stunde ist wirklich pure Qual. Nicht nur, dass ich total ungelenkig bin und sowieso eine Niete in Sport, nein vor mir quält sich eine 80-jährige Frau in ihren hautengen Klamotten. Sie hat sich wahrscheinlich schon beim anziehen gequält um in dieses ultraenge Zeug reinzukommen. Und ein Glück sehe ich so, dass ich nicht die einzige bin, die ständig wieder aus der Sonnen oder Kaktus Postion oder was auch umfällt.
Nachdem ich es endlich hinter mich gebracht habe, freut sich meine Mama, wie toll es doch war. Sie meint sogar ich solle ab jetzt jedes Mal mitkommen, da sie doch gesehen hat, wie viel Spaß es mir gemacht. Ja, es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Das war zu viel Spaß für mich, denn überall habe ich wahrscheinlich unzählbar viele Blaue Flecken vom ständigen Umfallen. Das ist meine Definition von Spaß. Ich bin echt wahnsinnig froh, als wir endlich zuhause ankommen und ich endlich, den endlosen Yoga Gequatsche entkommen kann...



Teddy<3
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